was wir wollen

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Die Wohnraumsituation in Hamburg ist durch einen anhaltenden, bzw. fortschreitenden Mangel an Wohnfläche geprägt. Die Verteilung dieses knappen Guts erfolgt dabei fast ausschließlich anhand ökonomischer Kriterien. Oftmals bleiben dabei langfristig gewachsenen Quartiersstrukturen und soziale Aspekte auf der Strecke. In der Etablierung eines Wohnprojekts im Münzviertel, sehen wir die Möglichkeit andere Schwerpunkte zu setzen und somit für die Bewohner*Innen und das Quartier einen Raum zu schaffen, der auch auf lange Sicht von den negativen Konsequenzen neoliberaler Stadtentwicklung abkoppelt ist.

Als Wohnprojekt haben wir uns bewusst für eine kollektive Form des Zusammenlebens entschieden. Anstatt anonymer Einzelhaushalte setzen wir primär auf Wohngemeinschaften. Darüber hinaus ist uns ein regelmäßiger und intensiver Austausch innerhalb der Hausgemeinschaft wichtig. Dieser soll u.a. dadurch gefördert werden, dass Gemeinschaftsräume (z.B. Aufenthaltsraum, Werkstatt, Waschküche, etc.) eingerichtet und von allen Bewohner*Innen geteilt werden. Obwohl das gemeinsame Wohnen und Leben einen zentralen Aspekt unseres Selbstverständnisses darstellt, sind wir keine homogene Masse und haben unterschiedliche persönliche Hintergründe. Auch für die Zukunft ist es uns wichtig, diesbezüglich offen zu bleiben. Konkret bedeutet dies, dass z.B. Familien, Paare und Singles, alte und junge Menschen, Studierende, Rentner*Innen, Berufstätige und Arbeitssuchende, gemeinsam unter einem Dach wohnen.

Wir wollen kein Fremdkörper im Quartier sein, sondern sehen uns als aktiven Bestandteil des Münzviertels. Dies bedeutet auf praktischer Ebene, dass wir bei der Planung des Gebäudes auch öffentliche Räume schaffen wollen, die durch die Nachbar*Innen genutzt werden können. Also sowohl gemeinschaftliches, kollektives Wohnen als auch Platz für selbstverwaltete Initiativen und Projekte. Wir möchten uns als Kontaktpunkt des Viertels anbieten – mit Räumen zum kennenlernen, austauschen, informieren und vernetzen. Bereits heute besteht ein akuter Mangel an bezahlbaren Arbeits- und Veranstaltungsräumen für Initiativen und Projekte. Diesem Magel wollen wir zukünftig durch das Angebot unkommerzieller Räume begegnen. Das Haus soll so bunt sein wie das Viertel.




Wir wollen der Entwicklung des Quartiers in dem wir leben nicht passiv beiwohnen, sondern aktiv an dessen Gestaltung mitwirken. Auf ideeller Ebene erhoffen wir uns Impulse geben zu können, welche zur Identifizierung der Anwohner*Innen mit ihrem Viertel beitragen. Durch die Organisation von Diskussionsrunden, Vorträgen, Workshops etc. sehen wir die Gelegenheit miteinander ins Gespräch zu kommen und durch die Konstante eines auf Dauer angelegten Wohnprojektes alteingesessene und neu zuziehende Anwohner*Innen gleichermaßen zu erreichen.

Um auf eine gemeinsame Basis für das zukünftige Zusammenleben zurückgreifen zu können, haben wir im Vorfeld ein Selbstverständnis entwickelt, in welchem bereits zentrale Aspekte der Hausgemeinschaft festgehalten sind. Neben den bereits thematisierten Punkten des gemeinschaftlichen Zusammenlebens, der vielfältigen Bewohner*Innenschaft und dem aktiven Viertelbezug, beinhaltet dieses eine Festlegung auf basisdemokratische Entscheidungsfindungen. Alle Bewohner*Innen sollen sich mit den getroffenen Beschlüssen identifizieren können. Um dies zu erreichen, streben wir an Entscheidungen möglichst im Konsensprinzip zu treffen. Von zentraler Bedeutung sind hierbei regelmäßig stattfindende Plena. In begründeten Ausnahmefällen können jedoch andere Formen der Entscheidungsfindung nötig bzw. sinnvoll sein (z.B. Bauphase, kleinere Entscheidungen innerhalb von Arbeitsgruppen etc.). 




Wir als Bewohner*Innen stehen aktiv gegen Diskriminierung und Ausgrenzung jeglicher Art ein (z.B. Rassismus, Sexismus, Homophobie). Im Wohnprojekt werden dahingehende Verhaltensmuster und Äußerungen nicht akzeptiert. Als Wohnprojekt sind wir unabhängig von einem traditionellen Vermieter-Mieter Verhältnis mit allen daraus resultierenden Machtasymmetrien. Dies bedeutet, dass wir interne Entscheidungen selbstbestimmt treffen können. Somit steht die Lebensqualität der Bewohner*Innen und Nutzer*Innen im Mittelpunkt.

Der Umgang untereinander soll respektvoll und offen ablaufen. Wichtig ist uns zudem ein solidarisches Miteinander. Z.B. können neue Lebenssituationen (Nachwuchs, Partnerschaften, temporäre Umzüge etc.) eintreten, die u.a. einen veränderten Platzbedarf oder andere Raumaufteilungen nötig werden lassen. Als Gruppe wollen wir auf die Bedürfnisse aller Mitbewohner*Innen eingehen und undogmatisch nach Lösungen suchen.

Unser Grundverständnis ist die Basis, auf der sich alles entwickelt hat. Es ist das Herz unseres Projektes und die Auseinandersetzung damit ist unerlässlich, wenn du Teil vom WPµ werden möchtest.

Es umfasst Punkte wie das gemeinsame Zusammenleben, der Fokus der Wohnformen, das ökologische Bewusstsein und die Interaktion mit Viertel und Stadt.

Wirf einen Blick hinein, wenn du magst! Es lohnt sich!

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downloadlink: Grundverständnis wpµ

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